Für Lehrende und Studierende entstehen dadurch neue Möglichkeiten. Gleichzeitig stellt sich eine zentrale Frage: Wie können Studierende lernen, KI sinnvoll einzusetzen, ohne ihr eigenes Denken und Urteilen an sie zu delegieren?
Sowohl die KI-Kompetenzrahmen der UNESCO als auch die aktuellen Empfehlungen des deutschen Wissenschaftsrats geben darauf eine klare Antwort: Hochschulbildung muss einen menschenzentrierten, kritischen und verantwortungsvollen Umgang mit künstlicher Intelligenz fördern.
Genau hier gewinnen Unternehmensplanspiele und Business-Simulationen an Bedeutung.
Die UNESCO AI Competency Frameworks betonen einen menschenzentrierten und ethisch verantwortungsvollen Umgang mit KI. Lehrende übernehmen dabei nicht weniger Verantwortung. Vielmehr verändert sich die bisherige Beziehung zwischen Lehrenden und Lernenden zu einer neuen Dynamik zwischen Lehrenden, KI und Lernenden.
Im Mittelpunkt stehen Kompetenzen wie kritisches Denken, Inklusion, ethische Reflexion und die Fähigkeit, Ergebnisse von KI-Systemen verantwortungsvoll zu bewerten.
Eine ähnliche Richtung verfolgt der Wissenschaftsrat in seinen im Juli 2026 veröffentlichten Empfehlungen zur Hochschulbildung in Zeiten generativer KI. Unter dem Leitbild der „intellektuellen Souveränität“ fordert er Hochschulen dazu auf, Autonomie, kritische Reflexion und unabhängige menschliche Urteilsfähigkeit zu stärken.
Intellektuelle Souveränität bedeutet dabei nicht, auf KI zu verzichten. Vielmehr sollen Studierende KI kompetent nutzen, ihre Ergebnisse kritisch einordnen und weiterhin eigenständig entscheiden können. Der Wissenschaftsrat empfiehlt deshalb unter anderem:
Der zentrale Gedanke lässt sich einfach zusammenfassen: KI soll menschliche Urteilsfähigkeit stärken – nicht ersetzen. Dies entspricht auch dem Ansatz, den Cesim mit seinen Unternehmensplanspielen und dem Cesim AI Coach verfolgt.
Generative KI kann einen Bericht verfassen, ein Dokument zusammenfassen oder eine strategische Analyse vorschlagen. Das allein ist jedoch noch keine KI-Kompetenz.
Studierende müssen darüber hinaus lernen:
Es geht also nicht mehr nur darum, eine überzeugende Antwort zu produzieren. Entscheidend ist, zu verstehen, wie diese Antwort entstanden ist, auf welchen Informationen und Annahmen sie beruht und wer die Verantwortung für die daraus folgende Entscheidung trägt.
KI wird damit zu einem Werkzeug für Analyse und Reflexion. Die Verantwortung für die Entscheidung bleibt jedoch beim Menschen.
Cesim-Unternehmensplanspiele basieren auf dem Prinzip des erfahrungsorientierten Lernens: Studierende lernen, indem sie handeln, Ergebnisse analysieren und ihre Vorgehensweise anpassen.
In einer realistischen, dynamischen Wettbewerbsumgebung führen sie im Team ein virtuelles Unternehmen. Dabei treffen sie strategische und operative Entscheidungen und erleben unmittelbar, welche Auswirkungen ihre Entscheidungen auf das Unternehmen haben.
Je nach Simulation müssen die Teilnehmenden beispielsweise:
KI kann in diesem Prozess Hypothesen liefern, Zusammenhänge strukturieren oder Szenarien vergleichen. Sie kann den Studierenden jedoch weder die Verantwortung für eine Entscheidung noch die Abstimmung innerhalb des Teams abnehmen.
Genau darin liegt der didaktische Mehrwert: Eine KI-Empfehlung muss in einen konkreten Unternehmenskontext übersetzt, gemeinsam bewertet und anschließend in einer Entscheidung umgesetzt werden.
Schriftliche Berichte und Analysen bleiben wichtige Bestandteile der Hochschullehre. Angesichts generativer KI reichen sie jedoch nicht immer aus, um die tatsächliche Kompetenz und das Verständnis der Studierenden zuverlässig zu beurteilen.
Ein Text kann sprachlich überzeugend sein, ohne dass die Verfasserinnen und Verfasser das Thema vollständig verstanden haben. Eine Empfehlung kann plausibel klingen, obwohl sie nicht zur konkreten Situation passt. Auch eine gut strukturierte Analyse kann auf falschen oder zu oberflächlichen Annahmen beruhen.
Der Wissenschaftsrat weist deshalb darauf hin, dass insbesondere unbeaufsichtigte schriftliche Prüfungen durch generative KI vor grundlegenden Herausforderungen stehen. Anstelle eines alleinigen Fokus auf das fertige Ergebnis gewinnen der Lernprozess, die Reflexion und die Begründung von Entscheidungen an Bedeutung.
Unternehmensplanspiele können schriftliche Leistungen um beobachtbare Elemente ergänzen:
Entscheidungen bleiben in einer Business-Simulation nicht theoretisch. Sie führen zu sichtbaren Ergebnissen, die von den Studierenden analysiert und erklärt werden müssen.
Eine zentrale Gefahr beim Einsatz von KI in der Hochschullehre ist eine übermäßige Abhängigkeit. Wird KI als Autorität statt als Werkzeug betrachtet, kann dies die intellektuelle Selbstständigkeit der Studierenden beeinträchtigen.
Unternehmensplanspiele ermöglichen es, KI selbst zum Gegenstand der kritischen Auseinandersetzung zu machen. Lehrende können Teams beispielsweise auffordern, ihre eigene Analyse mit einer KI-generierten Analyse zu vergleichen:
Das Debriefing wird dadurch zu einem zentralen Bestandteil des Lernprozesses. Studierende verbinden ihre Entscheidungen mit den erzielten Ergebnissen und den im Studium behandelten theoretischen Konzepten.
Die entscheidende Frage lautet dann nicht mehr nur: „Habt ihr KI genutzt?“
Viel wichtiger ist: „Wie habt ihr bewertet, was die KI euch vorgeschlagen hat?“
Der Wissenschaftsrat empfiehlt Hochschulen ausdrücklich, neben offenen Experimentiermöglichkeiten mit KI auch bewusst KI-freie Lernphasen zu schaffen. Diese sollen eigenständiges Denken, strukturiertes Argumentieren, Konzentration und die Entwicklung eigener Problemlösungsstrategien fördern.
Unternehmensplanspiele eignen sich gut, um beide Ansätze miteinander zu verbinden. Lehrende können beispielsweise festlegen, dass Studierende:
Auf diese Weise wird KI weder grundsätzlich ausgeschlossen noch unkritisch in sämtliche Lernaktivitäten integriert. Sie erhält eine klar definierte Rolle innerhalb eines didaktisch strukturierten Lernprozesses.
In den Cesim-Unternehmensplanspielen wird künstliche Intelligenz so eingesetzt, dass sie den Lernprozess unterstützt, ohne das eigenständige Denken der Studierenden zu ersetzen.
Der Cesim AI Coach begleitet Teams bei der Analyse ihrer Simulationsergebnisse. Er kann helfen, Kennzahlen zu interpretieren, Zusammenhänge sichtbar zu machen und auf mögliche Leistungsdefizite oder relevante Fragestellungen hinzuweisen.
Seine Aufgabe besteht nicht darin, fertige Strategien oder konkrete Entscheidungen vorzugeben. Stattdessen unterstützt er Studierende dabei:
Die endgültigen Entscheidungen trifft weiterhin das Team. Die Studierenden müssen Empfehlungen bewerten, Prioritäten setzen, Zielkonflikte lösen und die Verantwortung für ihre Strategie übernehmen.
Damit folgt der Cesim AI Coach einem menschenzentrierten Ansatz: KI erweitert die Möglichkeiten der Analyse, während Urteilsfähigkeit und Entscheidungsverantwortung beim Menschen bleiben.
Die zunehmende Verbreitung generativer KI verringert den Wert von Unternehmensplanspielen nicht. Im Gegenteil: Sie macht erfahrungsorientiertes Lernen noch notwendiger.
Je leistungsfähiger KI-Systeme werden, desto wichtiger wird es, Studierende in jenen Fähigkeiten zu fördern, die sich nicht einfach automatisieren lassen:
Cesim-Unternehmensplanspiele bieten dafür eine realistische und risikofreie Lernumgebung. In Verbindung mit dem Cesim AI Coach können sie Fachwissen, Entscheidungen, Ergebnisse und kritische Reflexion miteinander verknüpfen.
In einer von KI geprägten Hochschulbildung lautet die entscheidende Frage daher nicht mehr nur: „Was können Studierende produzieren?“
Sondern vielmehr: „Wie treffen sie Entscheidungen, welche Hilfsmittel nutzen sie, nach welchen Kriterien handeln sie – und wie übernehmen sie Verantwortung für das Ergebnis?“
Genau diese Verbindung aus KI-Kompetenz, kritischem Denken und verantwortungsvoller Entscheidungsfindung können Unternehmensplanspiele gezielt fördern.
KI-Kompetenzen umfassen nicht nur die technische Bedienung von KI-Werkzeugen. Dazu gehören auch fachliches Wissen, kritisches Denken, die Bewertung von KI-Ergebnissen, ein Verständnis möglicher Fehler und Verzerrungen sowie ethische und rechtliche Urteilsfähigkeit.
Der Wissenschaftsrat versteht darunter einen kritisch-konstruktiven und menschenzentrierten Umgang mit KI. Studierende sollen KI kompetent einsetzen können, ohne ihre Fähigkeit zu selbstständigem Denken, Urteilen und verantwortlichem Handeln zu verlieren.
In Unternehmensplanspielen müssen Studierende KI-generierte Analysen auf einen konkreten Entscheidungskontext übertragen. Sie prüfen Empfehlungen, vergleichen Szenarien, treffen im Team Entscheidungen und analysieren anschließend deren Auswirkungen.
Der Cesim AI Coach soll keine fertigen Entscheidungen oder vollständigen Strategien vorgeben. Er unterstützt die Analyse und Reflexion, während die Verantwortung für die endgültige Entscheidung bei den Studierenden bleibt.
Sie machen nicht nur ein Endprodukt, sondern auch Entscheidungen, Anpassungen, Teamprozesse und die Begründung von Strategien sichtbar. Dadurch können sie schriftliche Prüfungsleistungen sinnvoll ergänzen.
Die Einbindung des Wissenschaftsrats ist hier besonders stark, weil seine Empfehlungen vom Juli 2026 exakt zur Kernaussage des Cesim-Artikels passen: Intellektuelle Souveränität – Empfehlungen für die Hochschulbildung in Zeiten generativer KI und die dazugehörige Pressemitteilung „Kritisches Denken lässt sich nicht an eine KI delegieren“.